Sport und Bewegung

Sport und Bewegung Nach einem Sportunfall tut nicht nur die Verletzung weh. Oft ist danach ein längerer Verzicht auf Training und Wettkämpfe nötig. Die BFU wirkt schweren Unfällen gezielt entgegen. Sie analysiert das Unfallgeschehen, entwickelt Präventionsmassnahmen, unterstützt Verbände bei der Umsetzung und gibt der Bevölkerung konkrete Tipps.

Dass man sich beim Sport verletzen kann, liegt auf der Hand. Wie schwer die Folgen sein können, unterschätzen jedoch viele: In der Schweiz verletzen sich jährlich rund 16 000 Personen beim Sport schwer, 187 kommen ums Leben. Sportunfälle sind nicht nur für die Betroffenen einschneidend; sie verursachen jährlich auch volkswirtschaftliche Kosten von rund 3 Milliarden Franken. 

Das ganze Ausmass zeigen

Die BFU führte 2025 zum 25. Mal eine Vollerhebung der tödlichen Sportunfälle in der Schweiz durch – eine wichtige Datengrundlage für die Präventionsarbeit. In der Datenbank sind inzwischen mehr als 4500 Fälle erfasst. Diese Langzeitdaten zeigen Unfallschwerpunkte auf, machen Entwicklungen sichtbar und helfen, Risikofaktoren besser zu verstehen sowie wirksame Präventionsmassnahmen zu entwickeln. 

Die Auswertung zeigte: Die meisten tödlichen Sportunfälle in der Schweiz passieren beim Bergwandern, gefolgt von Bergsteigen, Baden und Schwimmen sowie Skifahren abseits der Piste. Weitere schwere Unfälle passieren zudem häufig beim Fussball und bei anderen Spielsportarten.

Um die Zahl der schweren Unfälle zu reduzieren, arbeitete die BFU 2025 eng mit Verbänden und Organisationen zusammen und setzte gemeinsame Massnahmen und Projekte um. Für die Bevölkerung stellt sie Sicherheitstipps für über 70 Sportarten bereit.

Knieverletzungen beim Skifahren

Die meisten Verletzungen beim Skifahren betreffen das Knie. Hier setzt die BFU an. Sie testete 2025 verschiedene Skischuh- und Skibindungskombinationen, um zu prüfen, ob Skibindungen in kritischen Situationen zuverlässig auslösen. Die Ergebnisse zeigen: Heutige Skibindungen schützen nicht ausreichend vor Knieverletzungen. Die Erkenntnisse fliessen in Empfehlungen für Handel und Käuferinnen und Käufer ein. Ziel ist es, das Verletzungsrisiko einerseits durch technisch verbesserte, andererseits durch korrekt eingestellte Skibindungen zu senken.

Sichere Anlagen

Damit Sportanlagen sicher gestaltet und betrieben werden, stellt die BFU Fachdokumentationen und neu Online-Checklisten zur Verfügung. Diese unterstützen Betreiberinnen und Betreiber dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Massnahmen umzusetzen.

Bike-Trails boomen. Immer mehr Sportlerinnen und Sportler wagen sich auf die Trails; manchmal ohne zu wissen, ob der Schwierigkeitsgrad ihren Fähigkeiten entspricht. Die Folge: Unfälle mit teils schweren Verletzungen. Darum entwickelte die BFU 2025 gemeinsam mit dem Bundesamt für Strassen (ASTRA), mit SchweizMobil und weiteren Partnerorganisationen eine Skala zur Bewertung von Mountainbike-Trails. Dabei wurden die Schwierigkeitsgrade neu definiert und ein Kapitel für die «Vollzugshilfe Planung MTB-Infrastrukturen» erarbeitet. Planerinnen und Planer sowie Betreiberinnen und Betreiber erhalten damit ein praktisches Instrument, um Mountainbike-Trails einheitlich zu beurteilen, korrekt zu beschildern und verständlich zu kommunizieren.

Mountainbiker auf dem Gurten-Trail

Mit der neuen Klassifikation von SchweizMobil und der BFU fällt die Wahl des richtigen Bike-Trails künftig einfacher.

Im Schneesport entwickelte die BFU ihren Massnahmenkatalog für Pistenbetreiber weiter, damit diese Gefahrenpunkte systematisch entschärfen können. Der Katalog ist praxisnah aufgebaut und anschaulich illustriert. Neu dazugekommen sind 2025 Massnahmen zur temporären Sicherung von Schneekanonen und Hindernissen am Pistenrand sowie zur Signalisation von Einmündungen von zwei Pisten.

Prävention im Training und Wettkampf

Wer nach einer Verletzung zu früh wieder ins Training und in den Wettkampf einsteigt, hat ein erhöhtes Risiko für eine erneute – und oft schwerere – Verletzung. Die BFU entwickelte deshalb gemeinsam mit dem Schweizerischen Fussballverband, der Suva, Sport & Exercise Medicine Switzerland (SEMS) und medizinischen Fachpersonen die Checklisten «Return to Play». Damit können Trainerinnen und Trainer abschätzen, ob und wann eine Spielerin oder ein Spieler nach einer Verletzung wieder zurück aufs Spielfeld kann. 2025 hat die BFU drei Checklisten für Knie, Fussgelenk und Hirnerschütterungen allen Fussballvereinen der Schweiz zur Verfügung gestellt. 

Sicher im Wasser 

Baden und Schwimmen gehören in der Schweiz bei den Kindern zu den beliebtesten Sportarten. Umso wichtiger ist es, dass sie sich im und am Wasser sicher bewegen können. Eine zentrale Voraussetzung dafür ist der Wasser-Sicherheits-Check der BFU. Dieser bestätigt, dass sich ein Kind nach einem Sturz ins Wasser selbstständig ans Ufer retten kann. 2025 absolvierten rund 40 000 Kinder den Check.

Premiere im See: Die Lake Crossing Trophy 2025 umfasste 10 Seeüberquerungen durch die Schweiz und wurde gemeinsam mit den Partnern SLRG und Swiss Aquatics durchgeführt. Vor Ort verteilte die BFU kostenlose Schwimmbojen. Die Aktion setzte ein starkes Zeichen für Sicherheit in offenen Gewässern.

Indoor und Outdoor: Risiken im Blick

Kletter- und Trampolinhallen haben sich als beliebte Freizeitangebote etabliert. Gleichzeitig passieren dort auch Unfälle. Um das Unfallgeschehen besser zu verstehen, erstellte die BFU auch 2025 eine Statistik zu Unfällen in Kletter- und Trampolinhallen. Betreiber erhielten zudem ein Tool zur systematischen Erfassung von Unfällen. Diese Datenbasis ermöglicht gezielte Massnahmen zur Risikoreduktion – etwa bei Materialprüfung, Flächenmanagement oder Instruktion.

Zwei Leute auf einem Berg am Wandern

Eine Bergwanderung ist kein Spaziergang. Das zeigt die Statistik: Jedes Jahr passieren in der Schweiz rund 50 tödliche Unfälle beim Bergwandern.

Eine Bergwanderung ist kein Spaziergang. Das zeigt die Statistik: Jedes Jahr passieren in der Schweiz rund 50 tödliche Unfälle beim Bergwandern. Ein Grund dafür ist, dass viele Wanderinnen und Wanderer die Wanderwegkategorien und deren Merkmale nicht ausreichend kennen. Um die Anforderungen der weiss-rot-weiss markierten Bergwanderwege besser bekannt zu machen, war die BFU während der Wandersaison mit einer nationalen Kampagne in der ganzen Schweiz präsent – mit Unterstützung der Schweizer Wanderwege als Fachpartner. 

Zudem ist die BFU daran, eine digitale Karte zur Absturzgefahr auf Wanderwegen, basierend auf Geländeinformationen zu entwickeln. Mit Hilfe dieser Karte können Wandernde künftig schon bei der Planung ihrer Tour sehen, wo besondere Vorsicht geboten ist. Schliesslich wurde nach 15 Jahren die Zusammenarbeit mit den relevanten Partnerorganisationen in der breit abgestützten, nationalen Fachgruppe Sicherheit im Bergsport vertraglich neu geregelt. Die Fachgruppe fördert weiterhin den Wissens- und Erfahrungsaustausch zu Präventionsmassnahmen im nichtprofessionellen Bergsport und entwickelt Präventionsunterlagen und -massnahmen. 

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